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Werkstattspiele

Diese Spezialseite widmet sich einer besonderen Technologie der Totalregenierung guterhaltener gebrauchter Pfeifen oder aber auch der Veredelung neuer Pfeifen, die nach der Anwendung der Technologie höhere oder zumindestens andere, lange erhaltbare Gebrauchseigenschaften haben.

Was sind "Bjoern-Eglund Phoenix (Oilcured)" oder "Bjoern-Eglund Phoenix (Cooked)" ?

Zunächst stammt der Name "Phoenix" aus dem Sprichwort "Wie Phönix aus der Asche neugeboren". Ich verkaufe derartig behandelte Pfeifen seit Jahren, viele Kunden sind begeistert und bringen mir manchmal nagelneue Pfeifen, die ich in der gleich geschilderten Art behandeln soll. Im Falle der "Phoenix"-Pfeifen handelt es sich um guterhaltene gebrauchte Pfeifen, welche ohne Mundstück oder mit anderweitigen Beeinträchtigungen zunächst im grossen Nirwana verschwunden wären. Es gibt sehr viele Pfeifen, die so im Netz oder auf Flohmärkten zu finden sind und in derzeitigem Zustand so gut wie nicht mehr gebrauchsfähig sind. Oft bestehen sie jedoch aus guten, alten Hölzern, sind innen gut erhalten und haben ein wirklich schönes shape. Jammerschade, sie der Ewigkeit im Eimer zu überantworten, lassen wir sie also wiederaufleben.

1. Ich beschäftige mich zunächst mit der Methode des "Oilcuring" (mit oder ohne der Einbringung von selbstentwickelten meerschaumähnlichen Aussfütterungsmassen in den Kopf).

Das "Oilcuring" finden wir bei Meerschaumpfeifen, bei einigen Ashtons oder auch früher einigen Dunhills. Ich habe aus den dort verwendeten Mischungen eine neuartige Mischung entwickelt, die einer Temperatur von über 150 °C standhält. Diese Temperatur ist sehr geeignet und kann in handelsüblichen Haushaltsgeräten erzeugt werden. Ziel der Behandlung des (vorher sanierten) Pfeifenkopfes ist folgendes:

  1. Nutzung des inneren Wassers im Holz / der natürlichen Holzfeuchte für die Erzeugung eines Dampfdruckes aus dem Inneren des Holzes selbst zum Herauspressen aller Kondensatreste, Fette, Harze, Teere, Feuchtigkeiten und anderer Fremdstoffe aus dem Holz, Freipressen aller Poren
  2. Zerstörung von geruchserzeugenden Molekülen und generelle Neutralisierung der Pfeifenköpfe, auch im Holm und in der Filterkammer
  3. Holzhärtung im Inneren des Pfeifenkopfes
  4. Energieaufnahme durch das Mittels während des Rauchens (vgl. Schneeschmelze) und Schonung des inneren Pfeifenkopfes.
  5. Wesentliche Gewichtsreduzierung des Holzes

Arbeitsschritte:

Auswahl eines geeigneten Kopfes , der innen nicht "ausgeraucht" sein sollte . Wenn doch, füttere ich den Kopf oder kleinere Beschädigungen nach dem Sandstrahlen mit einer selbstentwickelten meerschaumähnlichen Masse aus, die nach dem Trocknen verschliffen und mitbehandelt (oilcured) wird..

Ausbohren, Ausschleifen oder/und Vergrössern/Verlängern des Zapfenloches und Nachbohren des Rauch-/Zugkanals 4 mm

Ausbohren und Ausschleifen des Tabakloches , eventuelle Formveränderungen am Kopf werden jetzt vorgenommen

Komplettes Sandstrahlen des Kopfes, aussen, innen, Holmansatz, Zapfenloch, Filterkammer.

Ausreiben des Zapfenloches auf den später gewünschten Durchmesser

Nachdem der Kopf kurz gewässert wurde, trocknen, nach Bedarf färben, grundieren (ansonsten bekommt der Kopf ohnehin eine sattbraune, dunkle Färbung durch das Curing)

Komplettes Eintauchen des Kopfes in die Spezialmischung (Fixieren, sonst schwimmt er !)

Das Video zeigt das Aufschäumen, während dessen alle Fremdstoffe und Feuchtigkeit aus dem Kopf gedrückt werden

Nachheizen des Kopfes ca. 60 Minuten bei spezieller Temperatur im Umluftofen (und NICHT, wie einige böswillig-Unwissende bereits behaupteten, in einer Mikrowelle !)

Danach wird ein wenig Politur einmassiert, poliert und mit Carnaubawachs vollendet.

Anfertigung eines neuen Mundstückes, hier ein DUR-Metallstecker für 9 mm Filter

Fertige, extrem leichte Pfeife, neue Einrauchpaste wurde eingebracht

Link auf: Bjoern-Eglund 110401 "Phoenix" oilcured

2. Ich beschäftige mich nun mit der Methode des "Cooking" (mit oder ohne nachfolgendem Oilcuring)

Beim Cooking koche ich die geeigneten Pfeifenköpfe komplett in Wasser aus, das dauert etwa 3-5 Stunden, danach im Wasser auskühlen lassen und säubern. Der Cake kann nun mit normalem Messer ausgeschabt werden, ganz ähnlich Zapfenloch und Rauchkanal mit geeignetem Werkzeug säubern. Je nach erwünschtem Effekt wird nun verschiedenartig getrpcknet, wobei es zu Formveränderungen und morbiden Rissen kommt, die später mit der o.g. MAsse innen abgedichtet werden , wenn das überhaupt notwendig ist. Das Holz wird absolut hart und wird mit einer Sandstrahlanlage gesäubert. Der so vorbehandelte Kopf muss noch ein neues Zapfenloch erhalten, da dieses oft verzogen ist. Es ergeben sich absolut unvorhersehbare Verformungen sowie sandstrahlähnlicher Schwund von Holzanteilen, die eine liebenswerte Morbidität aufweisen.

Die üblichen Oberflächenbehandlungen können jetzt nach dem Trocknen angewandt werden. Manchmal führe ich danach noch das Oilcuring durch, was oben beschrieben wurde.

Die Pfeife riecht und schmeckt bereits nach dem Cooking absolut neutral, ist porenoffen und gut zu rauchen. Die skurrilen Formveränderungen muss man mögen, so auch die Risse, (die aber wenigstens die Maserung zusätzlich betonen :-)) )

Hier einige Beispiele:

Eglund 110304

Eglund 110302

Eglund 110205

Eglund 110204 (mit Sterlingring)

Eglund 110203

Sie finden einige der Pfeifen bei den "Eglunds" auf meiner Seite .

Wenn Sie Interesse haben, besuchen Sie die Werkstatt...