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Heimeinzelspiel (autodidaktisch)

Nils im November 2012

Da die letzten ca. 18 Monate sehr kräftezehrend und oft unter Ausschluss handfester bodenständiger mecklenburgischer Speisen oder sogar mangels heimgastronomischer Zuwendung manchmal vollends speisenabstinent verbracht wurden, entschloss ich mich, am 04. November 2012 mein mentales und körperliches Wiederaufbauprogramm ganz ohne Zuhilfenahme mittlerweile empfohlener und bestverdienender Therapeuten, Heiler, Gurus oder sogenannter, oft in der Provisionsfalle einschlägiger Diätprodukte-Anbieter sich befindlicher "Ernährungsberater" ( eine so wie auch HEILER oder INKARNATIONSTHERAPEUT (:-))) ) nicht geschützte und nur auf positiver Kenntnis-Selbsteinschätzung beruhende und selbstformulierte Berufsbezeichnung) zu beginnen.

Eine schon fast meditativ zu nennende Reihenfolge ruhiger und voller Vorfreude vollzogener Arbeiten schloss sich an (mir wurde kürzlich vorwurfsvoll und im Grunde kritisch-abwertend mitgeteilt, die WAHRE MEDITATION fände vor weissen Wänden und in absoluter Stille statt, möglichst noch in orangenem Ornat, was ich wegen meiner Erfahrungen im ruhigen Handschliff von Pfeifen und nun auch im langsamen Kochen und Braten naturgemäss vollständig ablehne... Ein weiterer Vorteil dieser Methode praktischer und paradoxerweise ERGEBNISORIENTIERTER Meditation besteht darin, dass das Gehirn danach nicht vollständig leergefegt ist, was bei einigen Meditativen leider zu chronischen Folgen führt und hier eben nicht geschehen kann... Und noch etwas und vor allem: Der bei der fernöstlichen Methodik häufig zu beobachtende Totalverlust an praktischen Fähigkeiten, die zielorientiert eingesetzt werden könn(t)en, tritt hier in aller Regel NICHT ein, anders ausgedrückt, DIESE Weiber und Kerle können halt WIRKLICH kochen und nicht nur allseits zunehmend mit hochgezogenen Brauen über Nährwerte reflektieren :-))) )

Auch ein anderer Vorwurf, dass meine Pfeifenmacher-Produktion diese Welt übervoller Konsumgüterregale nur NOCH voller mache, kann so trefflich umgangen werden: Einfach aufessen / aufessen lassen und weg ist das Produkt, das Konsum-Regal wieder leer und der Aufschrei hungriger GeniesserInnen-Mäuler sorgt für einen sich stets auf's neue regenerierenden (in diesem Falle rein privaten) Markt...

Es geht also hier im Bericht darum, einen mit Backpflaumen gefüllten Schweinebraten nach mecklenburger Pfeifenmacher-Art anzurichten, der dem Koch anschliessend die Herzen der anwesenden Geniesser (und , politisch überkorrekt und in meinem Fall auch viel angenehmer -Innen) nur so zufliegen lässt... (und. liebe Leser, wer wollte das NICHT ???)

Beginnen wir mit 2 Zwiebeln und

etwas fettem Speck.

Ein Päckchen Backpflaumen steht bereit, für die Linken unter uns MÜSSEN es ja keine kalifornischen sein :-))

Fett und etwas Speck ausgelassen und der mittels langen Messers mittig ausgehöhlte/aufgeschnittene umwickelte Braten kommt hinein.

Er sollte von allen Seiten wirklich KRÄFTIG dunkelbraun angebraten werden, leider ist durch die grüne Fettfrei-Politik dieser Effekt schwerer zu erreichen als früher, denn zunächst kocht etwas Wasser heraus... Deshalb übrigens auch der Speck, der mangels Schweinebraten-Eigenfett als Geschmacksträger fungiert

Wenn die gewünschte Farbe fast erreicht ist, kommt ins nunmehr mit Bratenaroma angereicherte Fett Zwiebel und Backpflaume

Diese beiden neuen Zutaten werden einige Zeit mitgebraten und es findet ein Aromaaustausch statt...

Dann wird mit ca. 0,5 Liter heissem Wasser aufgegossen...

,,, dasselbe zum Kochen gebracht und dann der nunmehr ZUGEDECKTE BRATENTOPF...

...in die bei mittlerer Hitze vorgeheizte Backröhre geschoben.

Nun wird der Braten langsam gar, ab und zu Wasser nach Bedarf nachgiessen und...

den Braten wenden und liebevoll behandeln

Irgendwann wird es Zeit, die Kartoffeln und in diesem Fall..

... die grünen Bohnen anzusetzen, etwas durchwachsener Speck wird kurz angebraten und dazugegeben

Nun ist der Braten ziemlich weit und wird einige Minuten OHNE Deckel und hoher Hitze knusprig gebraten, dabei gelegentlich mit dem Sud übergossen und evt. auch mit etwas Wasser aufgefüllt

Dann entnehme man den Braten , lege ihn auf eine Bratenplatte und halte ihn im noch warmen, aber abgeschaltetem Backofen bei Temperatur

Mittels in kaltem Wasser angerührter Stärke oder anderer Verdickungsmittel und Wasser wird mit dem Bratensud eine dunkle Soße bereitet, man kann auch einige Pflaumen hineinquetschen oder oder oder ...

So, Kartoffeln und Bohnen fertig

Der Braten und die Soße stehen auf dem Tisch und

der Braten wird aufgeschnitten ...

...auf den / die Teller gegeben

...und, da es etwas mehr Fleisch ist als bei ÖkeMöke, angesichts des optionalen Nachschlags verspeist

Sollten Sie ältere Damen oder in Ausnahmefällen ältere/midlifecrisisgeschädigte Herren (einer sagte kürzlich, er "wolle in Mecklenburg nicht tot sein"...) mit am Tisch haben, die für ihre Nörgelei sowie Unkenntnis und prinzipielle Ablehnung anders-/überregionaler Speisen und Gebräuche bekannt sind und/oder Ihnen den Erfolg oder Ihren (da die Liebe durch den Magen geht) dazugewonnenen Liebling nicht gönnen, handeln Sie wie folgt:

Schöpfen Sie vor dem Soßenandicken etwas Fett oben ab, das beugt lauthals beklagten Gallenanfällen oder überhaupt gallebitteren Reaktionen sowie der möglichen Sentenz "Mia san ehm mia" vor und erhält Ihnen die gute Laune:-)))) Eine andere Konsequenz könnte sein, Sie kochen halt nur für sich und für Ihnen wohlgesonnene Menschen, die gern essen und ein wenig wie lustige trollende Kobolde geblieben sind.

Beachten Sie bitte auch den fettgedruckten Verweis s.u., mittlerweile kommt der Mittagsschlaf ja wieder in Mode:

ACHTUNG ! Nicht direkt und nur in Einzelfällen empfehle ich folgende Sofortmethode zur Reduzierung der möglichen Folgen oben assoziierter Schlemmerei...

Freundliche Grüsse sendet

Nils Thomsen